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Ursprünglich war
Stalag VII A für 10.000 Kriegsgefangene gedacht. Dies
erforderte deutsches Personal mit einer Iststärke von
107 Offizieren, Unteroffizieren, Mannschaften und Beamten.
Nach den Niederlagen der Westalliierten in Flandern und
Frankreich wuchs die Zahl der Gefangenen lawinenartig an.
Zeitweise waren Nacht für Nacht 1.000 bis 2.500 neue
Kriegsgefangene in Empfang zu nehmen. Der Zustrom riß
nicht ab, obwohl bereits über 98.000 Mann die Baracken
und die Zeltstadt passiert hatten.
"Im Juli und August 1940 durchwogte ein buntes
Gemisch von Völkern das Lager: weiße, gelbe, braune und
schwarze Franzosen, blonde Flamen und Elsässer,
Marokkaner, Algerier, Tunesier, Ägypter, Araber und
Juden, Schwarze von der Gold- und Elfenbeinküste,
Senegalesen und Sudanneger, Madagassen, Indochinesen,
Malayen, Insulaner aus Martinique, Guadelupe und Haiti,
Fremdenlegionäre, Angehörige sonstiger
Fremdenregimenter, polnische Legionäre, Bretonen und
Normannen, Korsen und Basken, Italiener und Rotspanier in
französischen Diensten, Ukrainer und Russen, Rumänen,
Bulgaren, Armenier, Portugiesen und Ungarn, Griechen und
Türken, Estländer, Litauer und Letten, Kubaner,
Schweden und Norweger ... Gefangene aus 72 Nationen bevölkerten
40 Baracken und viele Zelte. Unter den Gefangenen waren 2.000
Ärzte und Sanitäter, sowie 170 Geistliche in Uniform."
(Nach Oberst Nepf)
Trotz
geringer Verpflegungsbestände konnten die Gefangenen
ordnungsgemäß versorgt werden. So waren täglich
8.000 Kg Brot
2.000 Kg Fleisch
30.000 Kg Kartoffeln
300 Kg Salz und Zucker
4.600 Kg Suppeneinlagen, Kraut und andere Gemüse
also insgesamt etwa 45.000 Kg (= 900 Zentner)
erforderlich.
Im Bild links Rückstau der Fuhrwerke in der Thalbacher
Strasse (Höhe Metzgerei Keller) bei der Anlieferung von
Kartoffeln für das Lager. Das Hauptlager (ohne
Vorlager / Durchgangslager) beanspruchte eine Gasamtfläche
von 3.500.000 qm. |

Krankenwagen des Lagers
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Beurteilung Reserve- Lazarett Freising |
^ 3 Bilder: Lager-Lazarett und Rot-Kreuz-Schwestern
der Sanitätskolonne Moosburg ^ |

2 Ärzte und deutsche Krankenschwester
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französische Ärzte
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Ärzte: Serbe, Franzose, Serbe
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italienischer Arzt
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russischer Arzt
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französischer Arzt
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Stabsarzt Dr. Keis
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Stabsarzt Dr. Keis (links) und Stabsarzt Dr. Hansel
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Oberfeldarzt Dr. Klunker, Chef des Sanitätswesens im Lager
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Oberstabsarzt Dr. Zaitler, beliebter Arzt bei den Gefangenen
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französischer Arzt, Jude
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französischer Arzt, Jude
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(Sanitäts-) Hauptfeldwebel Ranzinger
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Obergefreiter im Sanitätsdienst
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Oberfeldwebel vor Standortrevier
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(Sanitäts-) Obergefreiter und Gefreiter am Fenster Standortrevier
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Pfleger und zwei Schwestern im Gegenlicht
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(Sanitäts-) Oberfeldwebel
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(Sanitäts-) Feldwebel und Gefreiter
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Serbischer Dolmetscher und serbische Ärzte
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Für Kranke waren drei
Lagerreviere vorhanden, die täglich von 300 bis 600 Gefangenen aufgesucht wurden.
4 französische und 2
polnische Ärzte, dazu 10 französische und 6 polnische Sanitätsdienstgrade, sowie 50 französische und
polnische Helfer, die zum großen Teil die deutsche Sprache beherrschten, sorgten unter Aufsicht des
Lageraztes und seinen 3 Ärzten für die ärztliche Betreuung. Der deutsche Zahnarzt wurde von einem französischen
Kollegen namens Dr. Casanova unterstützt. |

Lagerlazarett Stalag VII A 21.09.1943, Formblatt 5a
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Lagerlazarett Stalag VII A 24.09.1943, Formblatt 5a
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Stalag VII A Richtlinien über die Behandlung von Unfällen
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Der Briefverkehr der Gefangenen, sowie ihre Paketpost
unterlagen der Postüberwachung. 50 deutsche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften waren für die Überprüfung
der Ankommenden und abgehenden Gefangenenpost eingesetzt. Sie wurden von 180 französischen und polnischen Helfern
unterstützt. Die Dolmetscher hatten viel Arbeit, da einerseits in einer einzigen Woche etwa 140.000 Briefe
einliefen, und andererseits ca. 70.000 Briefe von den Gefangenen an ihre Angehörigen versandt wurden. Alle
Briefe mußten überprüft werden. Die Anzahl der Pakete lag bei ca. 15.000 Stück pro Woche. Einen wahren Rekord
erreichten die Weihnachtspakete 1940. In der Zeit von 10. bis 19. Dezember trafen 26 Waggons mit zusammen 150.000
privaten Paketen und 12 Waggons mit Liebesgabenpaketen ein.
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| Bilder: Lager-Post im Bereich des Lager
Bahnhofs, Lager-Ausweis für den Postassistent der Reichspost Otto Raith |
Hauptsorge war am Anfang der trostlose Bekleidungszustand der Ankömmlinge.
Durch die Errichtung von Handwerkerstuben im Lager wurde eine wesentliche Besserung der Situation erreicht. In der
Schneiderei arbeiteten 62 Franzosen und 37 Polen. In der Schuhmacherei waren 239 Franzosen und 76 Polen tätig.
Als mit Beginn des Herbstes bei eintretendem Regenwetter in der Schuhmacherei auch am Sonntag gearbeitet werden mußte,
wurden an einem einzigen Sonntag über 700 Paar Schuhe ausgebessert. Handwerkerstuben waren außerdem bei größeren
Arbeitskommandos eingerichtet. Ebenso gab es im Lager eine Schreinerei, Stellmacherei, Glaserei, Schlosserei,
eine Schmiede, Lackiererei, eine Uhrmacherwerkstätte, eine mechanische Werkstätte für Elektrotechnik und eine
für Fahrräder.
| Zusammensetzung der
Kriegsgefangenen nach Nationalitäten (Quelle: Bundesarchiv
- Militärarchiv Freiburg/Br.) |
| Stichtag |
01.01.1942
|
01.06.1942
|
01.01.1943
|
01.08.1943
|
01.01.1944
|
01.07.1944
|
01.01.1945
|
| Frankreich |
47.951
|
46.608
|
44.240
|
38.591
|
40.067
|
39.173
|
38.156
|
| Großbritannien |
1.984
|
2.075
|
1.902
|
72
|
4.472
|
5.535
|
7.975
|
| Belgien |
--
|
--
|
3
|
1
|
1
|
1
|
1
|
| Polen |
934
|
929
|
848
|
926
|
904
|
904
|
1.408
|
| Südost
Europa |
3.680
|
3.653
|
3.306
|
3.176
|
4.923
|
5.999
|
5.852
|
| Sowjetunion |
4.620
|
9.188
|
15.472
|
16.009
|
13.101
|
12.384
|
14.300
|
| Italien |
--
|
--
|
--
|
--
|
10.422
|
11.385
|
1.540
|
| USA |
--
|
--
|
--
|
845
|
200
|
1.584
|
5.767
|
| Niederlande |
--
|
--
|
--
|
--
|
6
|
--
|
--
|
| verschiedene |
--
|
--
|
--
|
--
|
--
|
237
|
1.163
|
Gesamt |
59.169
|
62.453
|
65.771
|
59.620
|
74.096
|
77.202
|
76.162
|
davon
im
Arbeitseinsatz |
53.301
|
54.134
|
57.325
|
51.013
|
54.932
|
60.289
|
|
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